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Fassung online auswählen: welche Maße wirklich zählen
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine augenärztliche oder augenoptische Beratung. Er stellt keine Diagnose und empfiehlt keine bestimmte Sehhilfe. Bei Beschwerden, starken Werten, Prisma oder Sehveränderungen wende dich an Augenoptiker oder Augenarzt.
Auf fast jedem Brillenbügel steht eine Zahlenreihe wie „52▢18 140“, und genau diese drei Werte entscheiden, ob eine online bestellte Fassung später sitzt oder drückt. Sie stehen für Glasbreite, Stegbreite und Bügellänge und sind in Millimetern angegeben. Wer diese Maße von einer gut sitzenden Brille abliest, kann online gezielt nach passenden Fassungen filtern, statt sich allein auf Fotos zu verlassen.
Die drei Zahlen auf dem Bügel
Die Angabe auf der Innenseite des Bügels folgt einer festen Reihenfolge. Die erste Zahl ist die Glasbreite (Boxmaß eines einzelnen Glases), die zweite die Stegbreite (Abstand zwischen den beiden Gläsern über der Nase), die dritte die Bügellänge vom Scharnier bis zum Ende. Getrennt werden sie oft durch ein kleines Quadrat- oder Rautensymbol.

Typische Werte liegen bei der Glasbreite zwischen etwa 48 und 58 mm, bei der Stegbreite zwischen 14 und 20 mm und bei der Bügellänge zwischen 135 und 145 mm. Diese Spannen sind Richtwerte (Stand 2026) und variieren je nach Fassungsform und Hersteller. Manche Marken nutzen leicht abweichende Skalen, deshalb ist ein direkter Vergleich zwischen zwei Modellen sinnvoller als ein absoluter Grenzwert.
Warum die Glasbreite mehr ist als Optik
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Die Glasbreite bestimmt, wie breit die Fassung insgesamt wirkt und wo die Gläser vor deinen Augen sitzen. Ist die Fassung deutlich breiter als dein Gesicht, rutscht sie leichter und die optische Mitte der Gläser liegt nicht mehr vor der Pupille. Ist sie zu schmal, drücken die Bügel an den Schläfen.
Ein grober Anhaltspunkt ist die Gesamtbreite der Fassung im Verhältnis zur Breite deines Gesichts an den Schläfen. Viele Online-Optiker geben zusätzlich zur Glasbreite auch die Gesamtbreite an. Diese Gesamtbreite ist für den ersten Filter oft aussagekräftiger als die reine Glasbreite, weil sie Steg und Fassungsrand einschließt.
Auch die Höhe der Gläser spielt eine Rolle, obwohl sie nicht in der klassischen Bügelangabe steht. Bei sehr flachen Fassungen kann bei stärkeren Werten wenig Spielraum für die Zentrierung bleiben, und für Gleitsichtgläser braucht es eine Mindesthöhe, damit die verschiedenen Sehzonen im Glas Platz finden. Wenn du planst, eine bekannte Glasart zu ersetzen, lohnt ein Blick auf die Fassungshöhe in den Produktdaten, nicht nur auf die drei Standardmaße.

Stegbreite und Nasensitz
Die Stegbreite ist der Wert, der am häufigsten unterschätzt wird. Sie entscheidet, wie die Brille auf der Nase aufliegt. Eine zu große Stegbreite lässt die Brille tiefer rutschen, eine zu kleine drückt auf den Nasenrücken. Bei Fassungen mit anpassbaren Nasenpads (häufig bei Metallfassungen) lässt sich der Sitz nachträglich justieren, bei durchgehenden Kunststoffstegen kaum.
Ein weiterer Aspekt ist die Höhe des Stegs am Nasenrücken. Zwei Fassungen mit gleicher Stegbreite können unterschiedlich hoch oder tief sitzen, je nachdem, wie der Steg geformt ist. Das erklärt, warum eine Brille auf der Nase weiter oben und eine andere weiter unten aufliegt, obwohl die reine Zahl identisch ist. Auch das lässt sich aus Zahlen allein nicht ablesen und wird erst beim Tragen spürbar.
Für schmale Nasenrücken sind kleinere Stegbreiten und verstellbare Pads oft angenehmer, für breitere Nasen entsprechend größere Werte. Das ist keine feste Regel, sondern eine Tendenz, der tatsächliche Sitz hängt auch von der Nasenform ab, die sich aus einer Zahl allein nicht ableiten lässt.
| Maß | Typische Spanne | Wirkung bei zu großem Wert |
|---|---|---|
| Glasbreite | 48–58 mm | Fassung wirkt breit, rutscht leichter |
| Stegbreite | 14–20 mm | Brille sitzt tiefer auf der Nase |
| Bügellänge | 135–145 mm | Bügel halten hinter dem Ohr weniger |
Bügellänge und Halt hinter dem Ohr
Die dritte Zahl beschreibt die Länge des Bügels. Sie muss ausreichen, um vom Scharnier bis über das Ohr zu reichen und dort abzuknicken. Ist der Bügel zu kurz, sitzt die Brille auf der Nase nach vorn gekippt; ist er zu lang, rutscht sie nach vorn, weil der Knick zu weit hinter dem Ohr liegt.

Viele Kunststoff- und Metallbügel lassen sich beim Optiker minimal nacherwärmen und anpassen. Beim reinen Online-Kauf ohne Werkstatt fällt diese Feinjustage weg, weshalb die Bügellänge hier möglichst genau zur bekannten, gut sitzenden Brille passen sollte.
Manche Bügel sind gerade (Schläfenbügel), andere enden in einem stärker gebogenen Ohrstück. Für einen sicheren Halt ist neben der reinen Länge auch entscheidend, wie weit der Bügel hinter dem Ohr anliegt. Wenn deine bisherige Brille bei bestimmten Bewegungen rutscht, achte beim neuen Modell darauf, ob die Bügelform eher gerade oder gebogen ausfällt, auch das steht selten in den Zahlen, lässt sich aber aus Produktfotos und Beschreibung ableiten.
So gehst du beim Online-Kauf vor
Ein strukturierter Ablauf spart Rücksendungen. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt:
- Bügelmaße einer gut sitzenden Brille ablesen (drei Zahlen auf der Bügelinnenseite).
- Beim Online-Optiker nach Fassungen mit ähnlicher Glas- und Stegbreite filtern.
- Gesamtbreite der Fassung mit der eigenen Gesichtsbreite abgleichen.
- Auf verstellbare Nasenpads achten, wenn der Nasensitz kritisch ist.
- Rückgabebedingungen prüfen, bevor du bestellst.
Wenn du unsicher bist, ob deine Werte oder deine Fassungswünsche für eine Online-Bestellung geeignet sind, hilft ein strukturierter Selbstcheck weiter. Unser Online-Brillenkauf-Check führt dich Schritt für Schritt durch die relevanten Fragen. Und wenn du parallel die Zahlen auf deinem Brillenpass verstehen willst, ordnet der Brillenpass-Decoder die Abkürzungen neutral ein.
Wann Maße allein nicht reichen
Die Bügelzahlen beschreiben die Fassung, nicht deine Sehstärke. Bei bestimmten Voraussetzungen ist eine Anpassung vor Ort sinnvoll, etwa bei Gleitsichtgläsern, bei denen die genaue Höhe der Pupille in der Fassung eingemessen werden muss, oder bei starken Werten, bei denen die optische Zentrierung enger toleriert ist. Auch bei Prisma im Rezept ist die Fertigung anspruchsvoller.
In solchen Fällen ist der Weg zum Augenoptiker der sichere. Für Einstärkengläser mit moderaten Werten und eine bekannte, gut sitzende Referenzfassung sind die drei Bügelmaße dagegen ein solider Ausgangspunkt, um online gezielt und mit weniger Fehlkäufen zu bestellen.
Ein weiterer Punkt, den die Maße nicht abbilden, ist das Material und Gewicht der Fassung. Eine große Kunststofffassung kann trotz passender Zahlen schwerer wirken als eine filigrane Metallfassung mit ähnlichen Maßen. Wer empfindlich auf Druck an Nase oder Schläfen reagiert, achtet deshalb neben den Millimeterangaben auch auf das angegebene Gewicht und die Materialart. Miss im Zweifel lieber zweimal nach und vergleiche mehrere Modelle, bevor du auf „Kaufen“ klickst, so vermeidest du die häufigsten Gründe für eine Rücksendung.
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Veröffentlicht durch die BrillenLotse-Redaktion. Veröffentlicht am 28. August 2026.
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