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Pupillenabstand messen: so ermittelst du deine PD
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine augenärztliche oder augenoptische Beratung. Er stellt keine Diagnose und empfiehlt keine bestimmte Sehhilfe. Bei Beschwerden, starken Werten, Prisma oder Sehveränderungen wende dich an Augenoptiker oder Augenarzt.
Der Pupillenabstand liegt bei den meisten Erwachsenen zwischen 54 und 74 Millimetern und beschreibt, wie weit die Mitten deiner beiden Pupillen voneinander entfernt sind. Diese Zahl heißt auf dem Brillenpass PD, kurz für den lateinischen Begriff Pupillardistanz. Wenn du eine Brille online bestellen willst, ist die PD oft das eine Feld, das im Bestellformular auftaucht, aber auf deiner Verordnung fehlt.
Warum die PD überhaupt gebraucht wird
Die PD sorgt dafür, dass die optische Mitte jedes Brillenglases genau vor deiner Pupille sitzt. Nur an diesem Punkt schaust du durch den Bereich, für den das Glas gerechnet wurde. Sitzt die Mitte daneben, blickst du leicht schräg durch das Glas, und je stärker deine Werte sind, desto eher merkst du das als Unruhe oder Anstrengung beim Sehen.

Bei schwachen Werten fällt eine kleine Abweichung von ein bis zwei Millimetern kaum auf. Bei stärkeren Gläsern oder Gleitsicht wird die genaue PD dagegen wichtiger, weil dort schon kleine Verschiebungen den Seheindruck verändern können. Deshalb misst der Optiker die PD normalerweise mit einem Gerät, das auf einen halben Millimeter genau arbeitet.
Die PD hängt an der Anatomie deines Gesichts und ändert sich im Erwachsenenalter kaum noch. Anders als deine Sehstärke, die sich über die Jahre verschieben kann, bleibt der Pupillenabstand über lange Zeit weitgehend gleich. Wenn du deine PD also einmal sauber bestimmt hast, kannst du sie für spätere Bestellungen in der Regel wiederverwenden. Nur bei Kindern und Jugendlichen wächst der Abstand noch mit, weil sich der Kopf weiter entwickelt.
Auf dem Brillenpass fehlt die PD häufig, weil sie kein optischer Wert deiner Augen ist, sondern eine Maßangabe zur Anpassung der Fassung. Der Augenarzt bestimmt deine Sehstärke, die PD misst dagegen der Optiker beim Aussuchen der Brille. Deshalb wunderst du dich nicht, wenn dein Verordnungszettel zwar SPH, CYL und Achse zeigt, das Feld für die PD aber leer bleibt.

PD grob mit dem Lineal messen
Für eine erste Orientierung kannst du die PD zu Hause selbst schätzen. Du brauchst nur ein Lineal mit Millimeterskala, einen Spiegel und ruhiges Licht. Wichtig ist, dass du geradeaus und in die Ferne blickst, denn beim Blick auf nahe Dinge rücken die Augen leicht zusammen und die Zahl wird zu klein.
- Stell dich etwa einen halben Meter vor einen Spiegel und halte das Lineal waagerecht an deine Augenbrauen.
- Schließe das linke Auge und richte die Null des Lineals auf die Mitte deiner rechten Pupille.
- Ohne das Lineal zu bewegen, schließe das rechte Auge, öffne das linke und lies den Wert an der Mitte der linken Pupille ab.
- Der abgelesene Millimeterwert ist deine grobe Gesamt-PD. Wiederhole die Messung zwei- bis dreimal und nimm den Mittelwert.
Alternativ kann eine zweite Person messen, während du an ihrem Ohr vorbei in die Ferne blickst. Das ist oft ruhiger, weil du dich nicht selbst im Spiegel fixieren musst. Manche Online-Optiker bieten außerdem eine Messung per Foto mit einer bekannten Referenz wie einer Scheckkarte an.
Wo die Selbstmessung an Grenzen stößt
Eine Messung mit dem Lineal ist immer nur eine Näherung. Deine Hand zittert leicht, der Blickwinkel verrutscht, und die Pupillenmitte lässt sich mit bloßem Auge nicht auf den Millimeter genau treffen. Realistisch liegt die Selbstmessung ein bis zwei Millimeter neben dem echten Wert, manchmal mehr.
Dazu kommt, dass viele Menschen beim Blick in den Spiegel unbewusst auf ihr eigenes Spiegelbild scharf stellen. Das ist kein Blick in die Ferne, sondern eine Naheinstellung, und die Augen rücken dabei minimal zusammen. Das Ergebnis ist eine PD, die etwas zu klein ausfällt. Genau deshalb ist die Variante mit einer zweiten Person, die aus einigen Metern Abstand misst, meist verlässlicher als der Blick in den eigenen Spiegel.
Auch bei einer starken Sehschwäche, bei großen Unterschieden zwischen beiden Augen oder wenn auf deiner Verordnung ein Prisma steht, ist die genaue PD zu wichtig, um sie zu schätzen. In solchen Fällen lohnt sich der Gang zum Optiker, der die PD kostenlos oder für einen kleinen Betrag misst und dir notiert.
Die eigene PD am besten bekommen
Der zuverlässigste Weg zu deiner PD führt über den Augenoptiker. Viele notieren den Wert auf Nachfrage direkt auf deinen Brillenpass, gerade wenn du dort ohnehin eine Sehprüfung machst. Rechtlich musst du die PD nicht zwingend ausgehändigt bekommen, in der Praxis ist es aber meist unkompliziert.
Falls du keinen aktuellen Optikertermin hast, ist die Foto-Messung vieler Online-Shops eine brauchbare Alternative für einfache Brillen. Dabei hältst du eine Scheckkarte an die Stirn, machst ein Foto, und die Software rechnet über die bekannte Kartenbreite deine PD aus. Das ist genauer als das Lineal, ersetzt bei anspruchsvollen Gläsern aber ebenfalls keine Messung an der fertigen Fassung.

| Weg | Genauigkeit | Geeignet für |
|---|---|---|
| Optiker mit Messgerät | hoch (ca. 0,5 mm) | alle Brillen, auch Gleitsicht |
| Foto-Messung des Online-Shops | mittel | Einstärkengläser, schwache Werte |
| Lineal vor dem Spiegel | grob (ein bis zwei mm) | erste Orientierung |
Wenn du deinen Brillenpass gerade entziffern willst, hilft dir der Brillenpass-Decoder dabei, die einzelnen Felder einzuordnen. Und bevor du bestellst, kannst du mit dem Online-Brillenkauf-Check prüfen, ob deine Werte für eine Online-Bestellung überhaupt geeignet sind.
Was du dir zur PD merken solltest
Die PD ist der Abstand deiner Pupillenmitten und sorgt dafür, dass du durch die optische Mitte des Glases schaust. Für einfache Brillen mit schwachen Werten reicht eine sorgfältige Selbstmessung oft als Startpunkt, solange du geradeaus in die Ferne blickst und mehrfach misst.
Sobald es um Gleitsicht, starke Werte, große Seitenunterschiede oder ein Prisma geht, gehört die PD in die Hände von Fachleuten. Eine zu ungenaue PD macht sich am ehesten als Anstrengung oder Unruhe beim Sehen bemerkbar, und dann lohnt sich lieber eine Messung zu viel als eine zu wenig. Im Zweifel fragst du beim Optiker nach dem Wert, bevor du online bestellst.
Notiere dir die einmal bestimmte PD zusammen mit deinen übrigen Werten an einem festen Ort, etwa als Foto deines Brillenpasses auf dem Smartphone. So hast du beim nächsten Online-Kauf alles griffbereit und musst nicht erneut messen. Und wenn dir ein Wert unklar erscheint, gehst du ihn lieber einmal mehr mit einer Fachperson durch, statt bei der Bestellung zu raten.
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Alle ansehen →Veröffentlicht durch die BrillenLotse-Redaktion. Veröffentlicht am 27. Juli 2026.
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