Brillenglas-Index verstehen: was 1.5, 1.6 und 1.67 bedeuten
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Brillenglas-Index verstehen: was 1.5, 1.6 und 1.67 bedeuten

Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine augenärztliche oder augenoptische Beratung. Er stellt keine Diagnose und empfiehlt keine bestimmte Sehhilfe. Bei Beschwerden, starken Werten, Prisma oder Sehveränderungen wende dich an Augenoptiker oder Augenarzt.

Der Brechungsindex eines Brillenglases liegt meist zwischen 1.5 und 1.74, und je höher diese Zahl, desto dünner kann das Glas bei gleicher Sehstärke gefertigt werden. Der Index beschreibt, wie stark das Material das Licht bricht. Beim Online-Kauf taucht er als Auswahlpunkt auf und beeinflusst Dicke, Gewicht und Preis der Gläser, nicht aber deine Sehstärke selbst.

Was der Brechungsindex überhaupt beschreibt

Der Brechungsindex ist eine physikalische Materialeigenschaft. Er gibt an, wie stark ein durchsichtiges Material einen Lichtstrahl ablenkt. Ein Glas mit Index 1.6 bricht das Licht stärker als eines mit 1.5. Dadurch braucht es weniger Materialstärke, um dieselbe optische Wirkung, also dieselbe Dioptrienzahl, zu erzielen.

Brillenglas index 1 5 1 6 1 67: practical guide overview
Brillenglas index 1 5 1 6 1 67

Praktisch heißt das: Zwei Gläser mit identischer Sehstärke, aber unterschiedlichem Index, korrigieren gleich stark. Der Unterschied liegt in der Bauform. Das höherbrechende Glas ist flacher und meist leichter, das niedriger brechende dicker. Der Index sagt also nichts über die Qualität der Sicht aus, sondern über die Geometrie des Glases.

Ob ein Glas am Rand oder in der Mitte dicker wird, hängt zusätzlich von der Art der Fehlsichtigkeit ab. Bei Kurzsichtigkeit (Minuswerte) sind die Gläser am Rand am dicksten, weshalb sich hier ein höherer Index optisch besonders bemerkbar macht. Bei Weitsichtigkeit (Pluswerte) ist die Mitte am dicksten. Der Index wirkt in beiden Fällen dickenreduzierend, der sichtbare Effekt fällt aber unterschiedlich aus.

💡 Gut zu wissen: Ein höherer Index verändert nicht deine Werte auf dem Brillenpass. SPH, CYL und Achse bleiben gleich, nur die Materialdicke, die daraus entsteht, fällt anders aus.

Die gängigen Indexstufen im Überblick

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Im Handel begegnen dir vor allem vier Stufen. Sie folgen einer klaren Logik: Je stärker die Sehstärke, desto eher lohnt ein höherer Index, um die Randdicke des Glases in Grenzen zu halten.

IndexBezeichnungTendenz
1.5Standarddicker, günstig, für schwache Werte
1.6dünnspürbar flacher, häufige Wahl
1.67superdünnfür höhere Werte, teurer
1.74ultradünnfür sehr starke Werte

Die Zuordnung „welcher Wert braucht welchen Index“ ist keine feste Formel, sondern eine Faustregel, die auch von der Fassungsgröße abhängt. Größere Fassungen führen bei gleichem Wert zu größeren Randdicken, weil das Glas weiter von der Mitte weg geschliffen wird. Deshalb kann bei einer großen Fassung ein höherer Index sinnvoll sein als bei einer kleinen.

Wann sich ein höherer Index bemerkbar macht

Bei schwachen Werten, grob im Bereich bis etwa plus/minus 2 Dioptrien, ist der Dickenunterschied zwischen 1.5 und 1.6 oft gering und für viele kaum sichtbar. Je stärker der Wert, desto deutlicher wird der Effekt. Bei minus 5 oder stärker kann der Unterschied zwischen Standardglas und höherem Index mehrere Millimeter Randdicke ausmachen.

Brillenglas index 1 5 1 6 1 67: step-by-step visual example
Brillenglas index 1 5 1 6 1 67

Diese Grenzwerte sind bewusst als Spannen formuliert, weil auch die Zylinderkorrektur (CYL) in die Glasstärke eingeht. Ein Auge mit moderatem SPH-Wert, aber deutlichem Zylinder kann in Summe ein dickeres Glas ergeben als eine reine Kurzsichtigkeit mit demselben SPH. Deshalb hilft es, beim Online-Kauf nicht nur auf den SPH-Wert zu schauen, sondern die Kombination aus Kugel- und Zylinderwert im Blick zu behalten.

Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Dünnere Gläser sind in der Regel leichter, was bei ganztägigem Tragen angenehmer sein kann. Gleichzeitig steigt mit dem Index meist der Preis. Es geht also um eine Abwägung zwischen Optik, Gewicht und Budget, nicht um besser oder schlechter sehen.

Ein oft übersehener Faktor ist die Fassungsart. Randlose und teilrandlose Fassungen zeigen die Glaskante offen, sodass eine dicke Randfläche stärker auffällt als bei einer Vollrandfassung, die die Kante verdeckt. Wer eine randlose Brille mit stärkeren Werten wünscht, greift deshalb häufiger zu einem höheren Index, um die sichtbare Kante schmal zu halten. Bei einer kräftigen Kunststofffassung mit breitem Rand ist der Spielraum größer, weil das Material einen Teil der Dicke kaschiert.

⚠️ Häufiger Fehler: Automatisch den höchsten Index zu wählen, weil er „am besten“ klingt. Bei schwachen Werten zahlst du dann mehr für einen Dickenunterschied, den du im Alltag kaum wahrnimmst.

Index, Abbe-Zahl und Beschichtung

Ein höherer Index bringt physikalisch oft eine niedrigere sogenannte Abbe-Zahl mit sich, die beschreibt, wie stark Farbsäume am Rand des Sichtfelds auftreten können. Das ist ein Nebeneffekt, den manche Menschen bei starken Gläsern am äußeren Blickfeld wahrnehmen, andere gar nicht. Es ist kein Defekt, sondern eine Materialeigenschaft.

Höherbrechende Gläser reflektieren zudem tendenziell etwas mehr Licht an der Oberfläche, weshalb eine Entspiegelung hier häufig empfohlen wird. Beim Online-Kauf sind Index und Veredelungen oft getrennte Auswahlpunkte, gehören aber sachlich zusammen.

Diese Zusammenhänge muss niemand auswendig kennen, um eine gute Wahl zu treffen. Es reicht, sie als Tendenzen im Kopf zu haben: dünner bedeutet flacher, leichter und teurer, dafür bei starken Werten optisch unauffälliger. Die genaue Balance ist eine persönliche Präferenz, und keine Indexstufe ist grundsätzlich richtig oder falsch.

So wählst du den Index beim Online-Kauf

Für eine sachliche Entscheidung helfen wenige Schritte, die du in Ruhe abhaken kannst, ohne dich von der Vielzahl der Optionen unter Druck setzen zu lassen:

  1. Sieh dir deinen stärksten Wert (SPH, ggf. plus CYL) auf dem Brillenpass an.
  2. Berücksichtige die Größe der gewünschten Fassung, groß tendiert zu höherem Index.
  3. Wäge Dicke und Gewicht gegen den Aufpreis ab.
  4. Plane bei höherem Index eine Entspiegelung mit ein.
  5. Lass dich im Zweifel bei starken Werten vom Optiker beraten.

Diese Reihenfolge verhindert die beiden häufigsten Fehlgriffe: unnötig viel für einen kaum sichtbaren Effekt zu zahlen oder bei starken Werten am falschen Ende zu sparen und ein dickes, schweres Glas zu bekommen. Wenn dir die Abkürzungen auf deinem Brillenpass unklar sind, ordnet der Brillenpass-Decoder sie neutral ein, sodass du deinen stärksten Wert leichter findest. Und bevor du bestellst, hilft der Online-Brillenkauf-Check einzuschätzen, ob deine Werte für eine Online-Bestellung geeignet sind.

Was der Index nicht leisten kann

Der Brechungsindex macht ein Glas dünner, aber er ersetzt keine korrekte Verordnung und keine saubere Anpassung. Bei starken Werten, Gleitsichtgläsern oder Prisma bleibt die fachgerechte Zentrierung entscheidend, und die lässt sich aus der Indexzahl nicht ableiten. Der Index ist ein Komfort- und Optikfaktor, kein Qualitätsmaß für die Sehkorrektur.

Als Orientierung reicht meist: Bei schwachen Werten genügt oft Standard oder 1.6, bei mittleren bis starken Werten wird 1.67 oder 1.74 interessant, vor allem in größeren Fassungen. Die letztgültige Einschätzung, gerade bei ungewöhnlichen oder sehr starken Rezepten, trifft am besten der Augenoptiker, der Fassung und Wert gemeinsam betrachtet.

Wichtig ist zum Schluss die Trennung der Begriffe: Der Index bestimmt die Dicke, die Verordnung bestimmt die Korrektur. Wer online bestellt, wählt den Index als Komfortfaktor und übernimmt die Werte unverändert vom Brillenpass. Ändert sich deine Sehstärke, brauchst du ein neues Rezept, der Index bleibt davon unberührt und kann bei jeder neuen Brille frei zur Fassung passend gewählt werden.

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Veröffentlicht durch die BrillenLotse-Redaktion. Veröffentlicht am 31. August 2026. Aktualisiert am 3. September 2026.

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