
Dieser Artikel kann Affiliate-Links enthalten. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir möglicherweise eine kleine Provision — ohne Mehrkosten für dich. Das hilft uns, weiterhin kostenlose Inhalte zu erstellen.
Warum steht auf dem Brillenpass ein Minus- oder Pluszeichen?
Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine augenärztliche oder augenoptische Beratung. Er stellt keine Diagnose und empfiehlt keine bestimmte Sehhilfe. Bei Beschwerden, starken Werten, Prisma oder Sehveränderungen wende dich an Augenoptiker oder Augenarzt.
Ein Minuszeichen vor dem Sphärenwert (SPH) bedeutet, dass dein Glas das Licht zerstreut, ein Pluszeichen, dass es das Licht bündelt. Das Vorzeichen gibt also nur die Wirkrichtung des Glases an, es ist keine Note und kein Urteil darüber, wie gut oder schlecht deine Augen sind. Genau diese Verwechslung sorgt bei vielen für Unsicherheit, wenn sie zum ersten Mal genauer auf ihren Brillenpass schauen.
In der Spalte SPH steht die Sphäre, also die Grundstärke deines Glases in Dioptrien. Vor dieser Zahl steht immer ein Zeichen: ein Minus, ein Plus oder gelegentlich eine Null. Dieses Zeichen ist untrennbar mit der Zahl verbunden. Eine Sphäre von -2,00 ist etwas völlig anderes als +2,00, obwohl die Zahl gleich aussieht. Deshalb darfst du das Vorzeichen beim Lesen oder Übertragen niemals weglassen.

Was Minus und Plus tatsächlich beschreiben
Das Vorzeichen beschreibt die optische Aufgabe deines Glases. Ein Minusglas ist in der Mitte dünner und am Rand dicker, es zerstreut einfallendes Licht, bevor es ins Auge trifft. Ein Plusglas ist in der Mitte dicker und bündelt das Licht. Beide Bauformen lösen unterschiedliche Aufgaben, und welche für dich passt, hat der Optiker oder Augenarzt bei der Bestimmung ermittelt.
Wichtig ist: Das Vorzeichen sagt nichts über die Schwere aus. Weder Minus noch Plus sind grundsätzlich schlimmer. Ausschlaggebend für die Stärke ist der Zahlenwert dahinter, nicht das Zeichen davor. Ein kleines Minus kann harmloser sein als ein großes Plus und umgekehrt. Die Einordnung, was dein konkreter Wert bedeutet, ist Sache der Fachleute und nicht Ziel dieses Textes.
Anschaulich gesagt: Beide Glastypen verschieben den Punkt, an dem das Licht scharf gebündelt wird, nur in unterschiedliche Richtungen. Damit gleichen sie aus, dass das Auge das Bild von Natur aus etwas zu weit vorne oder zu weit hinten scharf stellt. Welche Richtung dein Auge braucht, ist bei der Messung herausgekommen und steht als Vorzeichen fest im Pass. Du musst diese Physik nicht im Detail durchdringen, es reicht zu wissen, dass das Zeichen eine feste optische Information trägt und nicht willkürlich ist.

Warum das Vorzeichen so leicht übersehen wird
Brillen bei Mister Spex
Fassungen mit Größenangaben in Millimetern — Glasbreite, Stegbreite, Bügellänge —, sodass sich die Werte der alten Brille direkt vergleichen lassen.
Bei Mister Spex ansehen →* Affiliate-Link zu Mister Spex
Auf gedruckten Pässen ist das Minuszeichen manchmal nur ein kurzer Strich, der neben der Zahl fast verschwindet. Bei schlechter Druckqualität oder einem Scan kann es passieren, dass es kaum sichtbar ist. Ein fehlendes oder falsch gelesenes Zeichen ist einer der häufigsten Gründe, warum beim Übertragen von Werten Fehler entstehen.
Erschwerend kommt hinzu, dass manche Formulare das Vorzeichen als eigenes Auswahlfeld führen. Du wählst dann getrennt zwischen Plus und Minus und trägst nur die Zahl ein. Wer hier das Standardfeld übernimmt, ohne es zu prüfen, riskiert genau den beschriebenen Fehler. Nimm dir bei jedem Feld die Sekunde, das Zeichen bewusst abzugleichen.

| Vorzeichen | Wirkrichtung des Glases | Bauform (grob) |
|---|---|---|
| Minus (-) | zerstreut das Licht | Mitte dünner, Rand dicker |
| Plus (+) | bündelt das Licht | Mitte dicker |
| Null / plan | keine sphärische Wirkung | flach |
Steht in der Sphärenspalte eine Null oder das Feld ist leer, heißt das nur, dass für dieses Auge keine sphärische Korrektur nötig ist. Es kann trotzdem ein Zylinderwert daneben stehen, denn Sphäre und Zylinder sind zwei getrennte Angaben. Wenn du dir bei der Aufschlüsselung deiner Zeile unsicher bist, kann dir der Brillenpass-Decoder jede Spalte einzeln erklären.
Das Vorzeichen beim Zylinder
Nicht nur die Sphäre hat ein Vorzeichen, auch der Zylinderwert (CYL) trägt eines. Hier wird es besonders knifflig, denn derselbe Ausgleich lässt sich sowohl in Plus- als auch in Minus-Schreibweise notieren. Optiker und Augenärzte rechnen manchmal die eine in die andere Form um. Für dich als Trägerin oder Träger bedeutet das: Übernimm die Werte immer genau so, wie sie auf deinem aktuellen Pass stehen.
Mische niemals eigenmächtig Werte aus zwei verschiedenen Pässen oder rechne selbst zwischen Plus- und Minus-Zylinder um. Diese Umrechnung folgt festen Regeln und gehört in fachkundige Hände. Wenn ein Online-Formular ausdrücklich eine bestimmte Schreibweise verlangt, deine unterscheidet sich aber, frag lieber beim Anbieter oder einem Optiker nach, statt zu schätzen.
Der Grund für diese Vorsicht ist einfach: Bei der Umrechnung zwischen Plus- und Minus-Zylinder ändern sich nicht nur das Vorzeichen des Zylinders, sondern gleichzeitig auch die Sphäre und die Achse. Wer nur ein Zeichen umdreht und den Rest stehen lässt, erhält eine völlig andere Kombination. Deshalb ist das kein Rechentrick für zwischendurch, sondern ein fachlicher Vorgang. Für dich ist die sichere Regel, den Pass unverändert eins zu eins zu übernehmen.

So gehst du beim Übertragen vor
Damit dir kein Zeichen verloren geht, hilft eine kleine, feste Reihenfolge beim Abtippen. Sie kostet nur ein paar Sekunden und verhindert die häufigsten Fehlerquellen zuverlässig.
- Lies zuerst das Vorzeichen, dann erst die Zahl, nicht umgekehrt.
- Sprich beide leise mit, zum Beispiel „minus eins Komma fünf null“.
- Trage Zeichen und Zahl gemeinsam ein und prüfe das Auswahlfeld für Plus oder Minus.
- Vergleiche am Ende jede Zeile noch einmal komplett mit dem Original.
Bevor du überhaupt online bestellst, ist es sinnvoll zu klären, ob deine Werte für den Online-Weg geeignet sind. Der Online-Brillenkauf-Check geht die typischen Kriterien mit dir durch und zeigt dir, wo eine persönliche Beratung der sicherere Weg ist.
Wann du besser nachfragst
Wenn dir ein Vorzeichen unklar ist, es auf dem Pass schwer zu erkennen ist oder ein Formular eine andere Schreibweise verlangt als dein Dokument, ist das ein guter Moment, einen Augenoptiker anzusprechen. Er kann dir bestätigen, welches Zeichen zu welchem Wert gehört, und dir sagen, ob eine Umrechnung nötig ist.
Auch wenn sich dein Sehen verändert hat, ein Wert ungewöhnlich hoch erscheint oder du zwischen Pass und Rezept Unterschiede bemerkst, gehört die Klärung in fachkundige Hände. Das Vorzeichen zu verstehen hilft dir, deinen Pass sicherer zu lesen, die Bewertung deiner konkreten Werte und die Entscheidung für eine bestimmte Sehhilfe treffen Optiker oder Augenarzt.
Als Kernbotschaft bleibt: Minus zerstreut das Licht, Plus bündelt es, und das Vorzeichen ist immer ein fester Teil der Zahl, den du niemals weglassen darfst. Wer das verinnerlicht, überträgt seine Werte deutlich sicherer und vermeidet die häufigste Ursache für Fehlbestellungen beim Brillenkauf. Und wenn du unsicher bleibst, ist die Rückfrage bei einem Optiker immer der günstigere Weg als eine Brille, die am Ende nicht passt und neu bestellt werden muss.
Mehr aus dem Brillenpass verstehen
Alle ansehen →- Was bedeutet HSA oder Hornhautscheitelabstand auf dem Pass?
- Handschrift auf dem Brillenpass entziffern: Werte richtig ablesen
- Warum unterscheiden sich meine Werte für rechtes und linkes Auge?
- Brillenpass, Sehstärkenausweis oder Verordnung: die Unterschiede
- Was bedeutet Prisma und Basis auf dem Brillenpass?
- Dioptrien in 0,25-Schritten: warum die Werte so abgestuft sind
Veröffentlicht durch die BrillenLotse-Redaktion. Veröffentlicht am 17. August 2026. Aktualisiert am 3. September 2026.
Verantwortlich i.S.d. § 18 MStV: siehe Impressum.
Fehler entdeckt oder ergänzende Erfahrung? korrektur@brillenlotse.de